highclasstussi

Barbie hates me… because Ken fucked me!

Job Center Tübingen? Nein, danke.

Im Moment bin ich leider von Hartz 4 abhängig, nicht stolz darauf und hätte es auch lieber anders.

Aber Krankheit, Schwangerschaft und diverse Gründe verbieten mir im Moment einem geregelten Job nachzugehen, der mir soviel Geld bringt, dass ich damit meinen Lebensunterhalt komplett alleine bestreiten kann.
Ich fühle mich nicht wohl, so wie es ist, aber im Moment ist es nun mal so.
Heute möchte ich, wie angekündigt, über meine Erfahrungen mit dem Job Center in Tübingen berichten.
Chronologische Reihenfolge einzuhalten wird mir nicht möglich sein, da es im Großen und Ganzen viel zu viel war. Ich versuche es lieber ein wenig zu entwirren. Sollten für jemanden doch ein paar Fragen übrig bleiben, er darf sie gerne in den Kommentaren stellen.
Was ich jetzt gleich hier schreibe, liest sich vielleicht für viele wie ein Märchen, für mich ist es aber leider seit Ende April, als ich 25 wurde und ins Über 25 Team rutschte bitterer Ernst.
Vorab möchte ich klipp und klar sagen, dass die im Folgenden beschriebenen Probleme erst mit dem Wechsel des Zuständigkeitsbereiches kamen und meine alten Sachbearbeiter im Job Center in Tübingen immer kompetent, schnell und zuverlässig arbeiteten. Das Problem liegt also ausschließlich an meiner jetzigen Leistungssachbearbeiterin, im Folgenden Frau M., und nicht am kompletten Standort Tübingen. Zumindest nicht meiner Erfahrungen nach.

Mit meinem 25. Geburtstag änderte sich für mich die Zuständigkeit auf dem Job Center und eigentlich dachte ich, dass es damit einfacher für mich werden würde, da ich dann, nicht mehr jeden Monat auf dem Job Center auftauchen muss, was ich unter 25 trotz meiner momentanen Unvermittelbarkeit tun musste, um keine Leistungskürzungen zu erhalten.
Ich muss hier kurz einwerfen, dass ich bisher immer ganz schnell innerhalb ein paar Wochen einen Job fand, wenn ich einen brauchte, immer komplett ohne das Job Center und ich halte sowieso nicht viel von deren Arbeitsvermittlung und deren unpassenden Angeboten, dennoch bin ich sehr froh, dass ich jetzt, wo ich gerade nicht arbeiten kann, nicht ganz ohne Geld dastehe, sondern ein paar Kröten zum Leben habe.

Mein alter Sachbearbeiter, Herr H., ein herzensguter Mensch, bot mir sogar an, das erste Gespräch mit mir und meiner neuen Sachbearbeiterin gemeinsam zu führen, damit der Übergang ein bisschen leichter fiele. Das lehnte ich ab, weil ich nicht wollte, dass er sich noch extra Arbeit macht, nachdem er mir schon soviel, weit über das normal geforderte Maß eines Arbeitsvermittlers, geholfen hatte,

Bei meiner alten Leistungssachbearbeiterin, mit der es übrigens auch noch nie Probleme gab, wurde mir zugesichert, dass ich ohne Probleme umziehen darf und dann wies sie mich noch darauf hin, dass ich Möbelerstausstattung beantragen könne, weil ich ja in einer möbilierten WG wohnte und daher keine Möbel habe.
Leider fand ich erst zum Juli eine neue Wohnung, als schon meine neues Leistungssachbearbeiterin, Frau M. für mich zuständig war.
Als ich wusste, dass ich umziehen kann und endlich meinen neuen Mietvertrag hatte, beantragte ich Mitte Juni Möbelerstausstattung, Geld für Schwangerschaftsbekleidung und ein Darlehen für die Mietkaution.
Alles am selben Tag. (Sollte man sich im Hinterkopf behalten, denn es wird gleich noch sehr spannend mit den ganzen Daten.)

Leider hat mein Vermieter, ein sehr alter Mann, für den diese Wohnung quasi seine Rente darstellt, vergessen, den Kautionsbetrag in den Mietvertrag zu schreiben.

Obwohl es sich um ein Darlehen handelte, ich muss es also sowieso wieder zurückzahlen von meinem Hartz 4, ich bekomme also keinen Cent davon geschenkt, reichte es nicht, wie von meinem Vermieter gewünscht, dass ich es nochmal nachtrage in unserem Mietvertrag, nein, mein Vermieter sollte das bitte nochmal handschriftlich nachreichen. Darum bat ich ihn. Wie gesagt, ein alter Mann, er schrieb mir das handschriftlich, aber meine Sachbearbeiterin konnte angeblich die Handschrift nicht lesen und lehnte den Darlehensantrag deshalb ab. Ich wohne also seit Juli in einer Wohnung, für die ich eigentlich 930Euro Kaution hinterlegen müsste, es dank Frau M. aber nicht machen kann, weil sie denkt, dass ich das Geld, das ich sowieso zurückzahlen muss, lieber für etwas anderes auf den Kopf haue. Ihr könnt euch ja vorstellen, wie erfreut mein Vermieter darüber ist.

 

Dann geht es weiter.
Wie viele von euch wissen, habe ich eine problematische Schwangerschaft, mit vorzeitigen Wehen, Bluthochdruck und allem Pipapo. Ich sollte mich also nicht aufregen und am Besten einfach nur ruhen den ganzen Tag.
Beim Job Center liegt dafür ein Attest vor.

 

Ende Juni bekomme ich ein Schreiben von Frau M., dass sie das Geld an den falschen Vermieter geschickt hat, also an meinen alten, dass ihr der Fehler sehr leid tut, aber ich schauen muss, wie ich wieder an das Geld komme.
Daraufhin rief ich sie an und sagte, dass es ihr Fehler war und sie bitte schauen soll, dass sie das Geld an den richtigen Vermieter überweist, da ich keine Nerven habe mich mit meinem alten Vermieter rumzustreiten um ihren Fehler wieder auszubügeln. Mein Ton war resolut, ich war sicherlich nicht die Netteste, also legte Frau M. einfach auf. Aber nicht, ohne nochmal zu betonen, dass es ihr egal wäre, wie ich an das Geld komme und, dass es zwar ihr Fehler, aber nicht ihre Aufgabe wäre.
(Zu der ganzen Unverschämtheit dazu kommt ja noch, dass ich es auf dem Job Center extra so einrichtete, dass sie das Geld direkt an meinen Vermieter überweisen, eben damit ich den ganzen Stress nicht habe und das hier ist dann quasi das, was dabei rumkommt.)
Nach ewig langem Hin und Her bekam dann mein neuer Vermieter Sage und Schreibe zwei Wochen zu spät das erste Mal seine Miete. Aber beschwert hat der gute Mann sich nicht.
Am 18. Juli war ich also nochmal auf dem Job Center um sicherzugehen, dass dieses Mal richtig und pünktlich an meinen Vermieter überwiesen wird, machte das dieses Mal auf lieber gleich mit der stellvertretenden Teamleiterin und nicht mehr mit Frau M. persönlich und mir wurde zugesichert, dass das jetzt läuft.

Am 1. August hatte ich die Miete auf meinem Konto. Vielen Dank, Frau M. Trotzdem ich mehrmals mitteilte, dass ich von meinem Konto aus nicht überweisen kann, da das mit den Mobile Tans noch nicht eingerichtet ist, wurde mir das Geld auf mein Konto überwiesen. Ich rief wieder mal dort an und sagte, dass ich das Geld nicht überweisen kann und hatte wieder eine Frau M. am Telefon, die sich für ihren Fehler zwar entschuldigte, mehr oder weniger, wenn man ihr Rumgepampe so nennen kann, aber wieder nicht bereit war ihren Fehler auszumerzen. Ich solle doch direkt auf das Konto meines Vermieters einzahlen. Darauf erwiderte ich, dass mich das zehn Euro kostet, die ich sicher nicht ausgebe, weil sie den Fehler gemacht hat und nicht ich. Ob sie das bezahlen würde. Natürlich bezahlt sie das nicht und legt -mal wieder- einfach auf.
Nach vielem Hin und Her konnte ich das Geld dann über das Konto einer Freundin an meinem Vermieter überweisen und mein geduldiger Vermieter hatte seine Mieter wieder mit zehn Tagen Verspätung auf dem Konto. Ich bin gespannt, ob es im September jetzt klappt. Zugesichert wurde es mir, aber zugesichert wurde mir ja schon so viel durch Frau M., was sie nicht einhielt.

Kommen wir zurück zu meinen gestellten Anträgen. Zu den im Juni gestellten Anträgen auf Möbelerstausstattung und Schwangerschaftsbekleidung gesellte sich am 13. Juli gestellten Antrag auf Babyerstaustattung mit der Bitte um Schnelle Bearbeitung, da sich bei mir ein kleines Frühchen abzeichnet und ich niemanden habe, der für mich die Einkäufe regelt, falls ich ins Krankenhaus muss, was laut ärztlichem Attest sehr wahrscheinlich ist.
Anfang Juli bekomme ich einen Bewilligungsbescheid für Schwangerschaftsbekleidung und das Geld auch sofort überwiesen, von meiner beantragten Möbelerstausstattung, die wie oben geschrieben am selben Tag beantragte, höre ich aber nichts. Ich bin schwanger, ohne Möbel und schlafe auf einer durchgelegenen Matraze auf dem Boden, das weiß Frau M., da ich ihr das mitteilte, es interessiert sie nur leider nicht.
Ich frage sie, ob ich Belege bringen soll für meinen Kleidereinkauf, Frau M. sagt, dass dies nicht nötig und auch gesetzlich gar nicht erforderlich sei.

Inzwischen hatte ich schon mehrere Zusammenbrüche, weil diese Frau so inkompetent und willkürlich mit mir umgeht, dass eine befreundete Sozialarbeiterin selbst solche eine Wut bekommt, dass sie bei der Vorgesetzten von Frau M. anruft, um sich zu beschweren, dass man so ja wohl nicht mit einer Schwangeren umgeht und schon dreimal nicht mit einer Risikoschwangeren.
Die Vorgesetzte hat darauf nicht viel zu sagen außer, dass sie ihre Mitarbeiterin so gar nicht kennt, weil die ansonsten immer sehr zügig arbeiten würde. Für mich wäre damit eigentlich eine Voreingenommenheit Frau M. mir gegenüber bewiesen, die vorliegen muss um eine neue Sachbearbeiterin zu bekommen, für das Job Center Tübingen spielt das allerdings keine Rolle.
Auf meine, an die Teamleiterin geschriebene E-Mail Anfang August, weil telefonisch in dem Haus niemand zuständig ist, bekam ich heute postalisch eine Nachricht, dass ich aufhören soll ihren Arbeitsablauf durch E-Mails zu stören (!), ich solle doch bitte alles per Post schicken. Kein Problem, kostet mich ja auch nur Porto und zwei Tage, bevor da überhaupt was ankommt. Wir sind ja nicht im Jahr 2012, in dem jeder Arbeiter E-Mails in seinen Arbeitsalltag integrieren kann und muss, nein, sind wir nicht. Vor allem Frage ich mich, warum man dann seine E-Mail Adresse anbietet, wenn man es nicht gebacken bekommt, darauf zu antworten. Außerdem stand in ihrem Brief, dass meine Anträge nicht so wichtig seien und deshalb könne die Bearbeitung auch noch dauern, da durch Krankheit und Urlaub nicht genug Leute da wären zum Arbeiten.
(Schwangerschaftsbekleidung wurde Anfang Juli bewilligt, Möbel Anfang August immer noch nicht bearbeitet, am selben Tag wurde jedoch der Antrag abgegeben. Ja, klingt sehr fair.)

Vor drei Tagen schaue ich auf mein Konto und habe dort eine große Geldsumme vom Job Center. Es steht aber nicht dabei für was das ist und ein Bescheid liegt nicht in meinem Briefkasten.
Nach oftmaliger Inkompetenz von Seiten des Job Centers, möchte ich von dem Geld nichts ausgeben, solange ich nicht weiß, ob es auch wirklich mir gehört.
Drei Tage lang versuche ich telefonisch jemanden dort zu erreichen, drei Tage lang erreiche ich natürlich niemanden und bekomme auf postalischem Weg auch nichts zugestellt. Also wandere ich zum Job Center, warte ewig, weil ja ohne Termin und bekomme dann einen Bescheid ausgedruckt, dass meine Möbelerstausstattung jetzt bewilligt wurde und meine Babyerstaustattung jetzt auch. Keine Auflistung, wie sich das Geld zusammensetzt und nichts, aber am Ende eine Auflage, dass ich bis zum 2.Oktober alle Belege abgeben muss. Natürlich steht auch kein Paragraph auf dem Bescheid, mit dem sie begründet, warum sie die Belege haben will.
Jetzt ist es so, dass ich mir ein paar Sachen von meinem persönlichen Geld oder von geliehenem schon via Ebay Kleinanzeigen und co. kaufte und ich dafür jetzt natürlich keine Belege habe, denn das waren stets private Verkäufe.
Meine Anwältin, die ich inzwischen ständig am Ohr habe, wegen Frau M., sagte zu mir, dass ich die rechtliche Grundlage einfordern soll mit der Frau M. die Belege einfordert, denn ihr sei nicht bekannt, dass man das tun müsste.
Jeder, der mich kennt, weiß, dass ich das Geld wirklich brauche und auch für das ausgebe, was ich angegeben habe.
Ich fühle mich einfach nur gedemütigt und absolut scheiße behandelt von dieser Frau und so langsam habe ich ehrlich keine Kraft mehr um für mein Recht zu kämpfen.

Ich bin gespannt, was da noch so alles kommt und bei Interesse halte ich euch gerne auf dem Laufenden.
Ich bin mir übrigens sicher, dass ich die Hälfte vergessen habe, aber ich versuchte, so emotionslos wie möglich zu schreiben, da mir das Ganze schon sehr an die Nieren geht.

Danke fürs Lesen,

 

Barbie

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