highclasstussi

Barbie hates me… because Ken fucked me!

Über Sex, Liebe & Schuhe.

Oder wie ich Jan zeige, wie man einen Blogeintrag in ein paar Minuten verfasst. (Ob der dann gut ist, oder nicht, das ist eine andere Frage)

Der Jan, xx Jahre, aus Köln stellte heute folgende Frage an mich per E-Mail (machte er nicht, aber ich bilde es mir einfach ein und behaupte es, fänd ich nämlich irgendwie geil und außerdem ist es mein Blog, also kann ich machen, was ich will. ÄLLABÄTSCH). „Liebe Swantje, kannst du mir erklären, wie man ein so großartiges Blog führt, wie du das machst? Du bist sooooo toll, dein Jan.“

Lieber Jan,

zuerst einmal muss man sich hinsetzen und sich darüber Gedanken machen, was einen gerade im Moment sehr beschäftigt. Bei mir sind das ja meist solche alltäglichen Themen. So wie Liebe. Schuhe. Und vorallem Sex.

So könnte ich dir jetzt erzählen, wie ich am Sonntag… Im Auto…. Und… Ach, aber. Das mache ich natürlich nicht. Soll ja jetzt nur ein Anschauungsobjekt werden & nicht dich geil machen.

(Das ist übrigens auch ein wichtiger Punkt. Spannung aufbauen. Zwischendurch kann man immer mal wieder kontrollieren, wieviele Wörter der Text hat. Wenn ich mit diesem Satz fertig bin, dann sind es schon 127 Wörter.)

Du musst das Publikum binden an deinen Text, soll heißen, er muss so spannend sein, dass jeder unbedingt allen Scheiß lesen will, den du schreibst.

Und wenn du dann irgendwann mal den zehnten Text verfasst hast, dann darf der auch ruhig scheiße sein, denn dann sind die Leute so süchtig nach dir, dass sie eh alles lesen, was du schreibst. Ist wirklich so. Schau dir zum Beispiel jetzt den Text an. Der ist total sinnlos und dämlich und trotzdem werden ihn mindesten 50 Leute lesen. Weil sie mich geil finden. Du liest ihn ja gerade auch.

(Schon wären wir bei 227 Wörtern)

Jetzt habe ich gerade allerdings auch ein paar Problemchen diesen Text lange genug werden zu lassen. Und was macht man da?

Man schreibt einfach irgendeinen Wirrwarr, den dann eh niemand versteht, aber deine Leser würden niemals nachfragen, weil sie ja alle so Bohème sind und nicht zugeben können, dass sie deinem geistigen Dünnpfiff, den du ohne irgendwas zu denken schreibst, nicht folgen können. Das ist auch einvernehmlich gut so, denn schließlich könntest du es auch nicht erklären.

Ab und zu muss man auch über Dinge bloggen, von denen man keine Ahnung hat. Damit man aktuell bleibt. Zum Beispiel Wikileaks. Allerdings sollte man sich vorher nicht über das Thema an sich schlau machen, sondern über die Meinungen der Allgemeinheit. Und der sollte man sich einfach anpassen, sodass alle, die den Blogeintrag lesen nur noch „Was @xyz über Wikileaks sagt“ twittern und „Du hast ja soooo recht.“ schreiben müssen.
Das ist so auch festgelegt in der großen Bloggergemeinschaft.

Jetzt haben wir übrigens schon 384 Wörter, also könnte ich im Prinzip schon aufhören zu schreiben.

Das mache ich jetzt dann auch einfach mal.

Also lieber Jan, ich hoffe, dass ich dir helfen konnte.

Liebe Grüße,

deine Swantje vom Dr. Sommer-Team

oder Gallileo Mystery.

Wie du willst.

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4 Gedanken zu „Über Sex, Liebe & Schuhe.

  1. Jan Assange sagte am :

    Liebe Dr. Swantje (gefällt mir irgendwie),

    ganz dollen Dank für deine Worte.
    Natürlich würde ich niemals so eine Mail an dich schreiben auch wenn du das irgendwie geil fändest. Meine Formulierung wäre dann wohl eher eine andere. Man will ja schließlich authentisch sein.
    Auf jeden Fall würde ich aber schreiben „wie man einen so großartigen Blog führt“. Blog ist nämlich nicht Neutrum, sondern Männlich. Irgendwo habe ich mal gelesen, dass es da unterschiedliche Meinungen zu gibt. Aber es gibt bekanntlich ja nur eine Wahrheit – die Eigene!

    Vielleicht führe ich wirklich mal einen eigenen Blog / ein eigenes Blog. Die zwei Versionen verwende ich jetzt nur wegen der political Correctness und aus dem Grund, dass das hier dein Blog ist. Ups … dein Blog … da gibt es jetzt nur eine Variante von.
    In meinem eigenen, so ich dann eventuell mal einen hätte, würde ich natürlich „meinen eigenen Blog“ schreiben, denn dann wäre es ja meiner und dann kann ich da machen was ich will. Ganz entgegen der Mainstreammeinung der Bloggergemeinschaft. Lieber gegen den Mainstream schwimmen. Das macht schließlich stark.

    Wenn sich Blogger treffen, machen die das eigentlich auf dem Blocksberg? (Wirrer Gedankensprung … Ich bitte um Nachsicht.)

    Wo war ich denn jetzt schrieben geblieben? Ach so …

    Meinen Blog würde vermutlich eh niemand lesen, da ich nichts Interessantes zu berichten habe aus meinem Leben. Und über die Arbeit werde ich ganz sicher nicht schreiben. Obwohl es da sicher wahnwitziges zu berichten gäbe.

    Wie dem auch sei. Ich lese deinen text jetzt noch mal durch. Vielleicht animiert er mich ja doch noch zum bloggen. Man kann nie wissen.

    Zumindest habe ich die erste Hürde glatt gerissen. Mir war so, als müssen es mindestens 300 Wörter sein, oder?

    Dann zähl’ mal durch und staune.

    Besten Dank und liebe Grüße
    Jan

    • Lieber Jan,

      ich sage übrigens auch immer der Blog. Mein Ziehvater ist jedoch Grammatiknazi und besteht auf die richtige Verwendung des Geschlechts.
      Ich freue mich wirklich sehr, dass ich dir helfen konnte,

      swantje

  2. booomwhadis sagte am :

    Sehr süß gemacht.

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