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Barbie hates me… because Ken fucked me!

Über Schullektüren, @SibylleBerg und andere Kleinigkeiten, die mich daran hinderten eine 1+ in Deutsch zu bekommen

Vor ein paar Monaten hab ich bei Twitter ein Profil gesehen und es war das Profil, einer Sybille Berg. ( www.twitter.com/SibylleBerg ) Das Foto kam mir so bekannt vor, der Name auch. Ich folgte einfach nicht und dachte darüber nach, aber ich kam nicht darauf. Irgendwann, vor ein paar Wochen, hatte sie jemand in meiner Timeline erwähnt und dann schaute ich nochmal, folgte und googelte. Ja, Google ist Swantjes Freund. 

“In Arizona geht dir Sonne auf” : Ich wusste wieder, woher ich Sibylle Berg und ihren Avatar kannte. 11. Klasse Gymnasium, Kurzgeschichten-Interpretation. Wir bekamen die oben genannte Kurzgeschichte. Ich las sie und wusste, dass es für mich viel zu schwer werden würde den Text zu interpretieren. Viel zu viele Kleinigkeiten, Details. Ich stand vor einem riesen großen Hindernis, weil die Geschichte mir gefiel, ich aber wusste, ich würde ihr niemals gerecht werden. Selten hab ich eine Autorin gesehen, die so metaphorisch schreiben kann, mir wars zuviel. Ich war noch nie schlechter als eine eins in Deutsch, da hab ich es geschafft. Es trieb mich in den Wahnsinn. (Ich war übrigens trotzdem die Beste. Muss ich ja jetzt auch schreiben um meine Ehre zu retten.) Ich hab meine Freundin angerufen, eine aus der Schule und hab ihr das mit Twitter erzählt. Alles was uns einfiel war “Das hätten wir mal vor ein paar Jahren wissen müssen, dann hätten wir die Autorin selbst nach ihrer Interpretation fragen können.” Liebe Frau Berg, sollten Sie reinzufällig mal hier reinlesen, ich würde mich sehr freuen über jegliche Interpretationsmöglichkeiten. Und eine Buchempfehlung. Denn gestern habe ich mich entschieden mir ein Buch von Sibylle Berg zu kaufen.

Damit hörten meine Gedanken natürlich nicht auf, ich dachte darüber nach, wie das mit der Schullektüre im Ganzen und dem Lesen bei Jugendlichen überhaupt ist. Und eins fiel mir dabei auf:

Wie soll ein/e 15Jährige/r, der noch nie ein Buch in der Hand hatte, gefallen an Goethes Faust finden? Ich selber finde auch den Kohlhaase gut, nichts destotrotz gibt es genug Jugendliche, die in Deutsch vollkommen versagen, weil sie nicht zurecht kommen mit solchen Texten.

Klassiker der Literatur hin und her, aber wer entscheidet eigentlich, welches Werk irgendwann einmal zum Klassiker wird? Keines der heutigen Klassiker war von Anfang an klassisch, oder?

Vielleicht sollte man Schülern die Möglichkeit geben, sich an das Thema LESEN erst einmal heranzuarbeiten?

Natürlich finde auch ich, dass jeder Mensch gewisse Bücher mindestens einmal gelesen haben sollte, aber man kann das doch niemandem aufzwingen. Lesen fördert die Rechschreibung und die Grammatik, nur, man muss den Schülern auch Freude am Lesen vermitteln, das ist oftmals nicht möglich mit solch schwerer Kost.

Ich lese unheimlich gerne und auch die Bücher, die als Klassiker gelten, aber ich hatte 28 Mitschüler, die Herrn Kleist für seinen Michael Kohlhaas am Liebsten umgebracht hätten…

Vielleicht sollte man mal darüber nachdenken. Ich jetzt nicht mehr. Ich hab ja jetzt was getan, gemeckert hab ich. Mehr muss man nicht. Schon wenn man nur meckert, ändert sich viel.

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